Mein Opa ist 1910 geboren worden und war 7 Jahre alt, als die russische Revolution ausbrach. 1918 war der Erste Weltkrieg zu Ende, zum Zweiten wurde er dann selber eingezogen.
Er war wie viele andere an der Ostfront stationiert und geriet nach dem Krieg in russische Gefangenschaft.
Im Februar 1989 starb mein Opa und konnte nicht mehr miterleben, wie der komplette Ostblock in sich zusammenfiel und eine vollkommen neue Zeitrechnung begann.
Über den Krieg hat er nie mit anderen geredet, nur meine Oma wusste sehr wenig zu berichten:
Vom Krieg und der Gefangenschaft hat euer Opa fast gar nichts erzählt. Auch nicht später.
Er hatte nur des öfteren erwähnt, dass er tagelang durch Russland laufen musste und hungerte.
Es war ihm peinlich zu betteln, aber immer wieder überrascht, dass viele Russen, obwohl sie selber nichts hatten, zu essen gaben.Als der Krieg zu Ende war, fiel es ihm sehr schwer, sich wieder im normalen Leben zurechtzufinden.
Die Geburt und das Aufwachsen von J. (Anm.: mein Vater) konnte er nicht miterleben und hatte Probleme ihn als seinen eigenen Sohn zu akzeptieren. Erst Jahre später wurde es etwas besser.




