Vor einigen Jahren lernte ich eine Dame (nennen wir sie einmal X.) im Internet kennen und wir trafen uns das eine oder andere Mal, um gemeinsam die Zeit zu verschwenden.
Natürlich war sie sehr nett, zuvorkommend und unglaublich an mich interessiert. Was sich in den üblichen Floskeln wie „du bist anders als alle anderen Männer“ und so weiter äußerte.
Selbstverständlich hatte sie es nicht nötig, sich weiter im Netz der verlorenen Seelen herumzutreiben, schließlich hätte sie ja mich gefunden und wie soll man denn da noch auf die Idee kommen, mit anderen Usern zu flirten und zu shakern.
Okay, es war schon wenig seltsam anmutend, dass X. jeden Tag einen Anruf von einem angeblichen „heimlichen Verehrer“ bekam, um ihr einen schönen Tag zu wünschen.
Ich dachte mir da nichts bei, hatte aber so ein Gefühl, dass die „gute Dame“ wohl ein wenig zu viel geflirtet hat.
Eines Tages saßen wir dann gemeinsam vor dem Rechner und ich wollte irgendeine Webadresse im Browser eingeben.
Wer halbwegs intelligent ist und „Fremde“ an seinem Computer lässt, deaktiviert die Autovervollständigung. Ihr wisst was ich meine.
Man fängt an zu tippen und schon kommen diverse Vorschläge von besuchten Seiten. Was sehr peinlich sein kann…
So setzte ich meinen Finger auf den 16. Buchstaben des Alphabets und vor meinen Augen öffnete sich in ihrem vollen Glanz und Gloria die Seite www.poppen.de.
Ein großes Datingportal, bei dem man ganz hausfrei Tripper, Syphilis, Herpes & Co. bekommt, oder es zumindest in kauf nimmt.