Posts Tagged: Internet


28
Aug 10

Der Tag an dem ich Gespenster sah

Vor einigen Jahren lernte ich eine Dame (nennen wir sie einmal X.) im Internet kennen und wir trafen uns das eine oder andere Mal, um gemeinsam die Zeit zu verschwenden.

Natürlich war sie sehr nett, zuvorkommend und unglaublich an mich interessiert. Was sich in den üblichen Floskeln wie „du bist anders als alle anderen Männer“ und so weiter äußerte.
Selbstverständlich hatte sie es nicht nötig, sich weiter im Netz der verlorenen Seelen herumzutreiben, schließlich hätte sie ja mich gefunden und wie soll man denn da noch auf die Idee kommen, mit anderen Usern zu flirten und zu shakern.

Okay, es war schon wenig seltsam anmutend, dass X. jeden Tag einen Anruf von einem angeblichen „heimlichen Verehrer“ bekam, um ihr einen schönen Tag zu wünschen.
Ich dachte mir da nichts bei, hatte aber so ein Gefühl, dass die „gute Dame“ wohl ein wenig zu viel geflirtet hat.

Eines Tages saßen wir dann gemeinsam vor dem Rechner und ich wollte irgendeine Webadresse im Browser eingeben.
Wer halbwegs intelligent  ist und „Fremde“ an seinem Computer lässt, deaktiviert die Autovervollständigung. Ihr wisst was ich meine.
Man fängt an zu tippen  und schon kommen diverse Vorschläge von besuchten Seiten. Was sehr peinlich sein kann…

So setzte ich meinen Finger auf den 16. Buchstaben des Alphabets und vor meinen Augen öffnete sich in ihrem vollen Glanz und Gloria die Seite www.poppen.de.
Ein großes Datingportal, bei dem man ganz hausfrei Tripper, Syphilis, Herpes & Co.  bekommt, oder es  zumindest in kauf nimmt.

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31
Jul 10

Ameisen im Scanner

Das ein Scanner nicht nur für Dokumente benutzt werden kann, zeigt ein Video von François Vautier.
Der gute Mann hat einfach eine Ameisenfarm in seinen Scanner eingenistet und diese dann einmal die Woche 5 Jahre lang gescannt.
Der Vollbildmodus zu empfehlen…


2
Mai 10

Flirten 2.0 – Wo ist die Grenze?

Wenn man sich in sozialen Netzwerken, Chaträumen oder in Foren bewegt, kommt es sehr schnell zu engeren Kontakt mit anderen Usern.
Es wird auch sehr häufig öffentlich geflirtet oder es werden nette Komplimente verteilt, die schmeicheln sollen.

Alles Dinge, die sicherlich als “normal” zu bezeichnen sind, so lange man klar zu verstehen gibt, wo die Grenzen sind oder das vieles einfach mit einen gewissen Augenzwinkern zu betrachten ist.

Intensiviert sich allerdings der Kontakt in Form von privaten Chats oder Nachdichten, so wird häufig heftig weiter geflirtet, was das Zeug hält. So zu sagen hinter vorgehaltener Hand.
Das sei jeden User gegönnt… solange er nicht in einer Beziehung lebt.

Oder doch nicht?
Schließlich spielt sich alles (erst einmal) rein virtuell ab. Kopfkino.

Wenn ich ein erotisches Buch lesen würde, dann käme kaum ein Mensch auf die Idee, dass ich meinem Lebenspartner untreu bin.
Wobei der Unterscheid sicherlich darin liegt, dass mit einem Buch kein interaktiver Austausch stattfindet.
Wo werden im Internet Grenzen überschritten, die für eine real existierende Beziehung problematisch werden? Wo fängt der Betrug am Partner an?

Es gibt die katholischen Gebote: Du sollst nicht sündigen in Gedanken, Worten und Werken. Aber die Form des Betrugs durch Gedanken, vor der ist ja niemand frei.
Alfred Pritz in der Welt am Sonntag vom 28.10.2010

Alfred Pritz wurde zu diesen Thema in der aktuellen Welt am Sonntag interviewt und kam letzten Endes zu dem (ach so überraschenden) Entschluss, dass der Mensch letzt endlich selber entscheidet und immer den Stecker ziehen kann.

Ab wann werden Kontakte im Internet problematisch für eine Beziehung?

Weiter führende Links
Interview mit Alfred Pritz in der Welt am Sonntag: “Betrügen ja, vernachlässigen nein”


19
Apr 10

Twitter – Die Schickeria 2.0

Im Laufe der Zeit habe ich die Feststellung gemacht, dass der Begriff Schickeria des öfteren auf Twitter zutrifft.

Die Schickeria (von Italienisch sciccheria = Schick, Eleganz und jidd./jüd.-dt. „schickern“ = „trinken, sich betrinken“) ist eine spöttische Bezeichnung für das Szenepublikum, dessen Party-Eskapaden durch den Boulevardjournalismus der breiten Öffentlichkeit zugetragen werden.
(Wikipedia.de)

Das selbsternannte Szenepublikum, welches über die neusten Gimmicks twittert, anscheinend immer die Sonnenseite des Lebens genießt und keine anderen Sorgen hat, als das iPhone oder der Hochglanz polierte Mac.
Wenn eine Katastrophe droht, dann ist es meistens eine derjenigen, dass man anstatt dreimal nur zweimal pro Jahr im Urlaub fahren kann.

Das elitäre Gehabe und denken kommt meistens dann zum Vorschein, wenn zur gemeinsamen Entspannung Sendungen wie z.B. Frauentausch, Bauer sucht Frau und dergleichen geschaut werden.
Im naiven glauben, dass dort das wahre Leben der Unterschicht und Hartz IV Empfänger stattfindet; amüsiert man sich genüsslich getreu nach dem Motto: Eure Armut kotzt mich an.

Anfang 2009, nach den Wahlen im Iran und den daraus resultierenden Aufständen,  war es “modern” sein Avatarbild grün einzufärben. Hauptsache, man erweckte den Anschein ein Wohltäter der Unterdrückten zu sein.
Schon lange sieht man keinen blanke Schimmer mehr von den grünen Gesichtern. Der nächste Cybertrend für die Cyberaktivisten wartet schon, um wieder ganz vorne dabei zu sein.

So besäuft man sich an den eigenen Wohltaten und Errungenschaften in der Öffentlichkeit.


15
Apr 10

Über Facebook, StudiVZ und Attention Whores

“Wer braucht denn das? Ich unterhalte mich lieber im realen Leben mit den Menschen als im Internet…”
Solche oder ähnliche Sätze konnte ich mir Ende der 1990er Jahre anhören, als ich mich mit Freunden über die von mir besuchten Chats unterhalten habe.

Heute hält man sich lieber in so genannten Social Networks wie Facebook, MySpace, StudiVZ und so weiter auf.
Was sicherlich sehr praktisch sein kann, wenn der Kontakt zu weit entfernten Freunden aus dem In- und Ausland aufrecht erhalten werden soll.

Wenn da nur nicht dieser Drang zur Selbstdarstellung wäre, gerade der Leute die Anfangs mit solchen Diensten nichts anfangen konnten, geschweige denn bis heute wissen was Social Networks oder das Web 2.0 genau sind (von dem was das heisst, wollen wir hier mal gar nicht sprechen).
Mir sind selber schon Leute begegnet, die nicht in der Lage waren eine eigene E-Mail zu verfassen, sich aber mit StudiVZ bestens auskannten. An für sich ein Widerspruch in sich – aber Hauptsache man ist drin…

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2
Jan 10

ELENA im Daten-Gangbang

ELENA ist leider keine Pornodarstellerin oder irgend eine nymphomane Frau, die sich dem Gangbang hingibt. ELENA (elektronischer Entgeltnachweis) ist mal wieder ein weitere Schritt, den Bürger zu überwachen und zu kontrollieren.

Konkret soll das heissen: Ab nun werden alle Arbeitnehmer relevanten Daten elektronisch gespeichert und sind somit selbstverständlich auch abrufbar.
Man könnte jetzt meinen, es sei ein Abbau der Bürokratie, wie heisst es so schön auf der Seite das-elena-verfahren.de:

Zwischen der elektronischen Personalverwaltung des Arbeitgebers und der elektronischen Sachbearbeitung in den Behörden klafft eine Lücke, die weiterhin durch den traditionellen Informationsträger Papier überbrückt wird. Dieser Medienbruch wird durch das ELENA-Verfahren beseitigt.

Durch das ELENA-Verfahren werden die Unternehmen ab 2012 um jährlich 85,6 Millionen Euro von Bürokratiekosten entlastet.

Das hört sich alles wunderbar an und wahrscheinlich glaubt auch noch ein Großteil des Bevölkerung diese halbwahre Medienpropaganda. Denn mit diesen neuen Verfahren werden tiefgreifend die Persönlichkeitsrehcte beschnitten.

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