Tja Leute, dass waren noch Zeiten was?
Als Vatern via Postkarte ein Urlaubsprospekt anfordern musste, um eine Ferienwohnung zu buchen.
Bewertungen waren Fehlanzeige, wie auch ohne Internet?
Man musste sich ganz auf die Bilder verlassen, aber das Auswahlverfahren war eigentlich recht sicher, da Photoshop nur ein Fremdwort für Fotogeschäft war.
Mallorca, Türkei, Tunesien? Alles Orte, die auf dem Straßenatlas nicht zu finden waren.
Mit 2 Kindern am Arsch war eben nicht mehr drin und fliegen war noch kein Reisevergnügen vom Ramschtisch.
Statt dessen wurde die Route in Richtung Nordsee geplant. Ganz ohne Google Maps, was dafür aber die Geographiekenntnisse ein wenig aufbesserte.
Angekommen ist man immer – irgendwann…
Wenn es dann mal auf Reisen ging, gab es keine Astronautennahrung oder einen Halt am Rasthof.
Muttern hatte schon am Morgen Brötchen geschmiert und einen Apfel für zwischendurch eingepackt. Für die Kids gab es dann noch ein Sixpack Caprisonne oben drauf.
Alles aber in maßvollen Rationen, damals waren die Kinder eben nicht so gefräßig und fett wie heute.
Wirklich Stress war dann angesagt, wenn sich jemand verfahren hatte.
Meistens war es natürlich der männliche Elternteil, welcher nicht zugeben konnte, einen Fehler begangen zu haben und das nachfragen bei einem ortskundigen gab der verletzte Stolz nicht her.
Navigationssysteme gab es vielleicht in der Space Shuttle. In einem voll beladenen Ford Feista konnte man froh sein, überhaupt irgend etwas zu sehen.
Nach der Ankunft und einer gründlichen Zimmerinspektion, musste erst einmal bei Oma angerufen werden.
Meistens gestaltete sich das Gespräch eher knapp, denn früher war es üblich eine so genannte Telefonzelle aufzusuchen, vor der sich nicht selten eine Schlange bildete. Meistens Abends; dann war es günstiger ein Ferngespräch zu führen.
Spätestens wenn es an der Tür klopfte oder das Kleingeld zur Neige ging, war es mit dem nach Hause telefonieren vorbei.
Und heute?
Man muss anscheinend um den ganzen Erdball geflogen sein, um mitreden zu können. Amerika, Asien, Australien und ein Besuch beim Dalei Lama sollte auch noch drin sein.
Wer einmal ein wenig in sich geht und nachdenkt, wird vielleicht feststellen, dass die schönsten Urlaube meistens jene waren, bei denen man die wenigsten Mittel hatte.


