Archives for category: Mensch & Gesellschaft

Vor einigen Wochen wollte ich einen Urlaub in Berlin buchen, da mir die meisten Hotels zu teuer oder zu weit außerhalb waren, gab es noch Hostels als Alternative. Allerdings ist es nicht jedermanns Sache, sein Zimmer und das Bad mit wildfremden Menschen zu teilen. Meine auch nicht…

Ein Bekannter von mir machte mich auf AirBnB.com aufmerksam, wo Privatleute Unterkünfte anbieten. Die Übernachtungspreise liegen zwischen zehn Euro für ein spartanisches Zimmer und mehreren hundert Euro für eine Penthouse Wohnung. Also für jeden etwas.

Mein ganz persönlicher Erfahrungsbericht
Auf meiner Suche nach einer passenden Bleibe, musste ich mich erst einmal auf der AirBnB Seite registrieren, um alle Funktionen auch wirklich nutzen zu können.
Wichtig war mir ein eigenes Zimmer, ein Internetzugang, sowie ein Bad und eine Küche, die man nutzen kann. Meine maximale Preisvorstellung lag bei 30€ die Nacht.
Zum Glück kann man die Suchkriterien anpassen, so dass die Ergebnisse entsprechend gefiltert werden.
Die Angebote sind in der Regel ausreichend erklärt und bebildert, so dass ich dann einige Favoriten direkt angeschrieben habe.
Man sollte seinen Gastgeber als erstes immer persönlich kontaktieren, bevor man direkt bucht. In erster Linie um ein wenig über sich zu schreiben: woher man kommt, was man macht und so weiter, schließlich quartiert man sich bei jemanden privat ein.

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love at first byte
Es gab einen kurzen Abschnitt in meinem Leben, wo ich der Meinung war, man könnte ganz problemlos eine Lebensabschnittsgefährtin im Internet kennen lernen.
Gesagt getan. Nach kurzer Zeit hatte ich Kontakt zu einer Dame hergestellt, die sehr großes Interesse an mir zeigte.

Die anfänglichen Telefonate liefen prima, wir verstanden uns hervorragend und machten einen Termin aus, um gemeinsam Plätzchen zu backen – es war Weihnachtszeit.
Da viele Menschen zu dieser Zeit wohl ohnehin sehr emotional reagieren, war X. ganz schnell bei der Sache:
Ich sei einer der bemerkenswertesten Menschen, die sie je kennengelernt hat. Man könne sich mit mir so prima Unterhalten, das sei schon magisch. Und so weiter und sofort.
„Etwas voreilig die Dame, was?“, dachte ich mir.

Meine Skepsis wurde von Tag zu Tag immer größer, denn X. erzählte mir von ihren zahlreichen anderen Begegnungen im World Wild Web und das sie manchmal morgens von einem früheren Verehrer via Telefonanruf geweckt wird. Das sei aber nicht so schlimm, schließlich habe sie ihm ja immer unerfüllte Hoffnungen gemacht.
„Na super. Bitte nicht so eine Psychotante!“

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traffic

Ich gehöre zu jenen Menschen, die Tag für Tag zur Arbeit pendeln müssen. 40 Kilometer Hinfahrt und 40 Kilometer Rückfahrt, die ich aus (angeblichen) Gründen der Flexibilität und Zeitersparnis mit dem Auto gefahren bin. Bis ich einen Unfall hatte und das Auto wirtschaftlichen Totalschaden erlitt.

Was nun? Wie komme ich zur Arbeit ohne Auto? Geht jetzt die Welt unter und begebe ich mich in die Abhängigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel? Flexibilität ade?

Seit dem ist es für mich Tag für Tag eine kleine Herausforderung den passenden Bus zum Bahnhof und den Anschlusszug zu bekommen.
Eine Verspätung oder die unregelmäßigen Arbeitszeiten können durchaus sehr hohe Wartezeiten bedeuten, Zeit bei der ich mit dem Auto längst daheim wäre.

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ebay strike 1 Boycott
Damals war bekanntlich (fast) alles besser – auch eBay.
Konnte man dort früher ab und an ohne Probleme ein “Geschäft” machen, tummeln sich dort heute meiner Erfahrung nach nur noch Idioten herum.
Einige Beispiele aus der näheren Vergangenheit, die mir widerfahren sind:

Handy (verkauft)
Käufer beschwerte sich, dass ein Anschluss defekt sei. Nachher stellte sich heraus, dass er das Ladekabel ständig in die falsche Buchse gesteckt hatte.

Bluetooth Maus (verkauft)
Käufer war davon überzeugt, dass die Maus nicht funktionieren würde und bestand trotz Privatkauf auf Rückerstattung des Kaufpreises. Es stellte sich heraus, dass er den falschen Treiber installiert hatte.

CD (verkauft)
Ganz davon abgesehen, dass sich solche Geschäfte auf eBay nicht lohnen, hatte ich für 1€ eine CD verkauft. Käuferin beschwerte sich trotzdem, dass ein minimaler Kratzer auf der Hülle sei.
Bei einem solchen Kaufbetrag etwas kleinlich, oder?

SitUp Trainingsgerät (verkauft)
Geldeingang lies auf sich warten. Bekam eine Mail, wo dass Paket denn bitte sei.
Nachdem ich geschrieben hatte, warum es noch hier liegt kam folgende Antwort:
“Hat mein Mann das Gerät etwa noch nicht bezahlt?”

Apple Bluetooth Tastatur (gekauft)
Laut Beschreibung einwandfrei und funktionstüchtig. Beim ersten Einsatz stellte sich heraus, dass die Batterien ausgelaufen waren. Konnte die Tastatur wegschmeissen.

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When We Were Kings (1996)
Eine Oscar preisgekrönte Dokumentation über den legendären “Rumble In The Jungle” Boxkampf von 1974 zwischen Muhammad Ali und George Foremann.
Auch wenn man kein Boxfan ist, dieser Kampf und das ganze Geschehen drumherum zieht den Zuschauer in seinen Bann.
Der Film unterstreicht die Genialität und herausragende Persönlichkeit von Ali.
IMDB Link zum Film…

War Photographer (2001)
James Nachtwey ist ein sehr bekannter amerikanischer Kriegsfotograf, der von einem Schweizer Kamerateam begleitet wurde.
Sehr erschreckende und intensive Bilder,  bei denen man sich fragt: Wie hält der Mensch das alles aus?
War Photographer wurde u.a. für einen Oscar nominiert.
IMDB Link zum Film…

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facebook like button

Zugegeben, auch ich habe oft kein gutes Wort über Facebook & Co. gelassen und bin nach wie vor der Meinung, dass viele Dinge in Sachen Datenschutz etc. kritisch zu begutachten sind.

Es wird dort auch sehr viel Blödsinn verbreitet, wo man sicherlich zu Recht fragen darf, worin der Sinn solcher Social Networks besteht. Auch ständig nervende Nachrichten von Anwendungen tragen nicht gerade zur allgemeinen Beliebtheit bei.
Allerdings lässt sich das alles abstellen, so dass Facebook meiner Meinung nach auch sinnvoll genutzt werden kann.

Direkte Kommunikation
Inzwischen haben zahlreiche Entwickler, Bands, Radiostationen und so weiter ihre eigenen Facebookseiten, auf denen News, Mitteilungen, Bilder etc. veröffentlicht werden.
Dort kann man bspw. Verbesserungsvorschläge machen, die oft dankend angenommen werden. Was letzten Endes für beide Seite gewinnbringend ist.
Wer einmal ein „herkömmliches“ Kontaktformular auf einer Internetseite ausgefüllt hat, weiß wie lange man auf eine Antwort warten kann.

Verknüpfungen mit anderen Diensten
In meiner Freizeit jogge ich sehr gerne und zeichne die Strecke mit Runtastic auf. Ich kann nach jedem Lauf die Daten inkl. Karte auf Facebook veröffentlichen.
Da ich mehrere Läufer als Freunde habe, kommt es häufig zu interessanten Diskussionen und bringt auch eine gewisse Motivation mit sich.
Das gleich gilt auch für zahlreiche andere Apps auf dem Smartphone und Internetseiten. Man muss es nur sinnvoll anzuwenden wissen.

Internationale Kontakte
In Deutschland ist MeinVZ nach wie vor das beliebteste Social Network. Nur wer internationale oder geschäftliche Kontakte pflegt, wird damit nicht weit kommen.
Außerdem findet man im VZ weitaus sinnlosere Gruppen etc., welche in der Regel gar nicht genutzt werden, sondern nur zur Selbstprofilierung dienen.

Wie schon oben erwähnt, gibt es sicherlich berechtigte Bedenken Facebook gegenüber. Gelegentlich bekam ich zu hören:
“Facebook ist nicht gut, die spionieren dich aus! Ich nutze andere Netzwerke…”
Ein Irrglaube. Schließlich sind die meisten Dienste kostenlos und ein Teil der persönlichen Daten ist der Preis dafür.
Wer über ein wenig Kompetenz verfügt und nicht allzu sorglos mit seiner Privatsphäre umgeht, kann durchaus Nutzen aus Social Networks ziehen.

[Foto von Sean MacEntee auf FlickR unter der CC BY 2.0 Lizenz]

Ende der 90er Jahre leistete ich Zivildienst in einem Altenheim ab. Anfangs war es meine Aufgabe die Bewohner ein wenig zu belustigen, nachher hatte ich die Ehre (und das meine ich jetzt nicht ironisch) bei der Pflege mitzuhelfen.
Im Nachhinein war es eine der schönsten Tätigkeiten in meinem Leben, ich war der Hahn im Korb bei den Kolleginnen und ein Großteil der Senioren fand es einmal ganz angenehm von einem jungen Mann gepflegt zu werden.

So war es auch bei Herrn H., der immer einen auf dick Kumpel machte und so tat, als wäre er der beste Freund des Zivis.
Wenn ich beim Frühdienst in sein Zimmer kam, bat mich Herr H. immer zuerst die zahlreich im Bett verstreuten Taschentücher wegzuräumen.
Abends beim zu Bett gehen bekam er von mir immer eine frische Flasche Apfelsaft auf‘s Nachttischchen gestellt und die heilige Urinflasche ins Bett gelegt.
Zu guter Letzt musste der Fernseher immer eingeschaltet werden und zwar auf irgend einen bestimmten privaten Sender.
Er konnte diese Dinge nicht selbstständig machen, da er im Rollstuhl saß.

Es kam nicht selten vor, dass sich Herr H. über die Pflege beklagte: sie würden ihm nur ungern Abends den Saft bringen, irgendwelche Anmerkungen machen, dass er bis tief in die Nacht TV schaue und selten die Urinflasche leeren. Deshalb hätte er schon das eine oder andere mal ins Bett gemacht.
Besonders schlimm sei es bei den Pflegerinnen und wollte deswegen immer gerne von mir wissen, wer gerade Nachtdienst hat.
Ich konnte seinen Ärger verstehen.

So ging es einige Zeit, bis ich dann irgendwann bei einer Dienstbesprechung dieses Thema ansprach und aufgeklärt wurde:

“Daniel, Herr H. ist ein wenig link und hat sich sehr schnell unbeliebt bei der weiblichen Nachtwache gemacht.

Er will am Abend immer den Apfelsaft haben, um diesen Nachts in die Urinflasche zu füllen. Dann klingelt er und wartet darauf, dass hoffentlich die Nachtschwester kommt, um die Flasche zu leeren.
Wenn sie nicht kommt, uriniert er ins Bett und dann muss sie ja kommen.

Wenn sie wieder fort ist, schaltet er auf einen Privatsender, um sich angeregt bei einem Softporno zu stimulieren.”

Jetzt war mir klar, warum jeden Morgens im Bett so viele Taschentücher lagen…

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