Mit Oma und Opa auf dem Mofa [Gastbeitrag auf lebedraussen.de]

Oma & Opa

Ich hatte die Ehre einen Artikel für das Outdoor-Blog lebedraussen! von Bianca zu schreiben und will euch diesen Text natürlich nicht vorenthalten.

Gibt es einen bestimmten Menschen in deinem Leben, der dir die der Natur näher gebracht hat? Für Daniel aka Pooly gibt es gleich zwei davon und auch ich wurde familiär stark geprägt. Daniels Geschichte über seine Großeltern berührt mich daher besonders, denn die Erinnerung an sie wird in der Natur immer lebendig bleiben. Vielleicht selten auf einem Mofa, umso mehr aber wenn er seine kleineren und größeren Ausflüge genießt.

Mit Oma und Opa auf dem Mofa

Meine Großeltern hatten ihr Leben lang nie wirklich viel Geld. Mit ihren bescheidenen Mitteln haben sie immer versucht das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Anstatt auf große Reise zu gehen, fuhren sie mit ihren Mopeds nur wenige Kilometer raus in die Natur. An manchen Tagen wurden meine Schwester und ich einfach in einen selbstgebauten Anhänger gesetzt und mitgenommen. Das war für uns Kinder Easy Rider Feeling pur – bei maximal 25 Km/h.

Wir machten irgendwo zwischen Wald und Wiese Rast (dieser sommerliche Wiesengeruch liegt mir übrigens noch heute in der Nase) und naschten von der mitgebrachten Prinzenrolle, die immer in einem alten Küchenschrank meiner Großeltern versteckt war. Da Oma und Opa vom Land kamen, waren sie recht naturverbunden und haben uns Kinder immer irgendetwas über die heimische Tier- und Pflanzenwelt beigebracht. Auch wenn diese Ausflüge nur wenige Kilometer von zu Hause aus weg waren, war es für uns Kinder immer eine kleine Weltreise.

Inzwischen sind drei Jahrzehnte vergangen, mein Opa ist schon 1989 gestorben und meine Oma 2014 im hohen Alter von 100 Jahren. Heute wird mir klar das diese Ausflüge von damals mit ein Grund dafür sind, dass ich mich heute, egal zu welcher Witterungsbedingung, gerne draußen in der Natur aufhalte. Hinzu kommt, dass das Laufen seit 2009 eine große Leidenschaft ist und ich würde heute meinen Wohnsitz nicht davon abhängig machen wie angesagt die Gegend ist, sondern wie schnell ich in der Natur bin.

In den Sommermonaten fahre ich nach der Arbeit gerne mit dem Rad raus, setzte mich irgendwo hin und statt einer Prinzenrolle genehmige ich mir ein Bierchen. Ich genieße die Ruhe, die milde Abendsonne die auf meiner Haut kitzelt und habe den Wald- und Wiesengeruch in der Nase, der mir schon als Kind so gut gefallen hat.

Lebenswert

Entspannt auf der Bank

Ich denke nach, werde manchmal sogar etwas melancholisch oder mir schießen 1000 Ideen durch den Kopf. In solchen Momenten kann ich die Seele baumeln lassen…

Ich muss keinen Selbstfindungstripp in den Himalaya machen, damit ich in dieser vom Konsumterror beherrschten Ellenbogengesellschaft wieder klar komme. Unterbewusst habe ich von meinen Großeltern gelernt wie man sich mit minimalen Mitteln kleine Freiräume schafft und dazu reichen mir ein Paar Laufschuhe, ein Fahrrad und ein ruhiges Plätzchen in der Natur.

1 Kommentar

  1. Pingback: Was macht dein Leben lebenswert? | Pooly.net

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


%d Bloggern gefällt das: