Gefühlsläufer

Gefühlsläufer

Es gibt Lauf-Freaks die Trainingspläne austüfteln, immer wieder neue Ziele anstreben und meinen einen Marathon in unter 3 Stunden laufen zu müssen. Im Laufe der Jahre habe ich für mich festgestellt, dass dieses „verbissene auf etwas hinarbeiten“ einfach nicht mein Ding ist.

• Nach dem Aufstehen und der ersten Tasse Kaffee weiss ich ob ich gleich eine Runde drehe, den Lauf auf später verschiebe, oder es ganz sein lasse.

• Nach den ersten zwei bis drei Kilometern horche ich in mich hinein und kann einschätzen ob es ein längerer oder kürzerer Lauf wird.

• Ich brauche Landschaft und Natur um mich herum. Großstädte oder monotone Straßenläufe machen mir nicht wirklich Spaß.

• Wenn der Tag gerade erwacht und die erste Sonnenstraheln auf meiner Haut kitzeln, geht mir einer ab. Das sind wirklich Glücksgefühle (keine Sorge, keine sexuellen).

• Musik beim Laufen habe ich manchmal ganz gerne, aber nicht zu oft. Die Stille der Natur hat (manchmal) eine meditative Wirkung auf mich.

• Wenn sich die Möglichkeit für ein schönes Foto ergibt, dann unterbreche ich den Lauf und will diesen einen Moment, die Stimmung, unbedingt festhalten.

• So geil, so mittelmäßig oder so beschissen der Lauf auch war; unterm Strich gesehen bin ich immer froh etwas für mich und meinen Körper gemacht zu haben.

• Wenn ich keine Lust habe, dann habe ich einfach keine Lust und muss nicht mir selber und anderen beweisen wie viele Kilometer ich in einer Woche zurückgelegt habe.

Ich höre auf meinen Körper

Ich kenne einige Sportler die dieses nämlich nicht können und schon einige Verletzungen hinter sich haben – darauf habe ich absolut keinen Bock, auch wenn ich manchmal ganz gerne behaupte: „Besser kaputte Gelenke durch den Sport, als durch Übergewicht“.

Aber: jeder Läufer, jeder Sportler (vielleicht auch jeder Mensch) ist immer irgendwo ein ganz individueller Freak… und das ist auch gut so.

6 Kommentare

  1. Kann deinen Beitrag und die von dir genannten Punkte komplett unterschrieben. Morgens beim Lauf die Sonne durch den Nebel zu sehen … einfach super

  2. Super Artikel, spricht mir aus der Seele. Obwohl, wenn ich ehrlich bin, ich momentan doch noch jede Aktivität zu tracken. Aber auch die Phase geht vorbei.

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