Macht die Digitalisierung der Gesellschaft das bedingungslose Grundeinkommen unausweichlich?

Grundeinkommen

Ob wir es nun wollen oder nicht; die Digitalisierung der Gesellschaft wird immer weiter vorangetrieben. Geschäftsmodelle von großen Internetkonzernen und kleineren Startups stellen ganze Branchen vor große Probleme, weil Produkte und Dienstleistungen vom Markt komplett verdrängt werden – ein aktuelles Beispiel dafür ist Uber. In solchen Fällen redet man von Disruption.

Albert Wenger über die Digitalisierung und das Grundeinkommen

Im Januar fand in München die renommierte Internetkonferenz DLD (Digital-Life-Design) statt, auf der sich Albert Wenger, einer der wichtigsten US-Investoren, zu dieser Problematik geäußert hat. Seiner Ansicht nach befinden wir uns im Umbruch, wie zu Zeiten der industriellen Revolution und um diesen Trend positiv entgegenzutreten, sei ein bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich. Die Argumente in dem vom Bayerischen Rundfunk veröffentlichten Interview klingen schon sehr überzeugend.
Leider ist das Video nicht mehr verfügbar, deswegen hier ein Link zu einem Interview mit Wenger auf Brandeins.de.

Die Digitalisierung macht uns arbeitslos – zum Glück!

Das Techblog Mobilegeeks hat sich auch schon mit dieser Thematik in dem Artikel „Machen intelligente Maschinen uns arbeitslos?“  auseinandergesetzt und in der Kolumne  „Die Digitalisierung macht uns arbeitslos – zum Glück!“ des T3N Magazin heisst es:

Finden wir als Gesellschaft eine gerechte Antwort darauf, wie die Früchte der Automatisierungsdividende verteilt werden, sodass nicht mehr nur ausschließlich Kapitaleigner und hoch bezahlte Manager davon profitieren, bieten uns Automatisierung und Digitalisierung eine großartige Chance.

Es gäbe dann keinen Grund mehr, Automatisierung und Rationalisierung künstlich aufhalten zu wollen. Mehr Arbeitslosigkeit bedeutete dann nicht mehr eine Zunahme von Armut, sondern mehr Freizeit, mehr Wertschöpfung und Wohlstand.

Zwei Systeme kollidieren

Das derzeitige neoliberale System ist das krasse Gegenteil, weil es die negativen Eigenschaften eines Menschen fördert. Der Freitag hat den Guardian Artikel „Der neoliberale Charakter“ ins deutsche übersetzt, welcher es sehr treffend formuliert:

Doch unsere Normen und Werte machen einen bedeutenden Teil unserer Identität aus. Sie können also nicht verloren gehen, sie können sich lediglich ändern.

Und genau das ist passiert: Eine veränderte Wirtschaftsweise spiegelt sich in veränderten ethischen Vorstellungen wider und führt zu veränderten Identitäten. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem bringt das Schlechteste in uns zum Vorschein.

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