Was Minimalismus für mich bedeutet

Minimalismus

Viele Menschen assoziieren mit dem Wort Minimalismus eher negative Dinge: Man gönnt sich nichts, lebt in einer tristen Wohnung, führt ein Leben als Asket und ist aus finanziellen Gründen gezwungen einen reduzierten Lebensstil zu führen. Letzten Endes sind diese Vorurteile das Ergebnis unseres, in den letzten Jahrzehnten, anerzogenen Konsumverhaltens.

Die Dinge, die du besitzt werden letztendlich dich besitzen
Zitat: Fight Club (Film)*

Mein ganz persönlicher Minimalismus

Egal ob klar strukturiertes Design oder reduzierter Lebensstil: Weniger ist mehr! Für mich geht es letzen Endes darum alles möglichst einfach zu halten, um mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können, was mich weiter bringt (Wie haben die größten Persönlichkeiten der Menschheit ihren Tag verbracht?).

1. Konsum einschränken

Als ich mein erstes eigenes Geld verdient habe, wurde ich mit mir selber und meiner Lebenssituation unzufrieden. Meinen Frust versuchte ich durch den Kauf von unnötigen Konsumgütern, ungesundem Essen und ständigen Partys zu kompensieren. Ich besaß viel womit ich mich ablenken konnte, hatte kurzfristigen Spaß, aber glücklich war ich nicht wirklich.

Mir war immer bewusst, dass mein Lebensstil in vielerlei Hinsicht absolut kontraproduktiv für mich war. Irgendwann war meine Schmerzgrenze erreicht. Ich wollte unbedingt etwas ändern und mit der Veränderung für mehr Lebensqualität sorgen.

2. Auf das wesentliche konzentrieren

Dabei kam mir meine Kindheit wieder in den Sinn. Wie das Leben mit wenigen Mitteln irgendwie unbeschwerter und einfacher war. Ich verbannte nach und nach alles aus meinem Umfeld, was mir überflüssig erschien und mich in irgendeiner Art und Weise negativ beeinflusste.

Nun konnte ich mich besser auf das Wesentliche konzentrieren und mich um mich selbst kümmern. Ich holte meine alten Sportschuhe aus dem Keller und fing an Sport zu treiben.

3. Lebensqualität & Gesundheit durch bewusstes Leben

Die mit dem Sport verbundene Ernährungs- und gesunde Lebenseinstellung verhalf mir zu neuem Selbstbewusstsein und einem positiven Selbstwertgefühl.

Ich konnte meine Umwelt wieder wahrnehmen und meine Umwelt mich. Was ich bis dahin erreicht habe wollte ich nicht mehr verlieren und…

4. Achtsamkeit

… ich hab in mich hineingehorcht. Mit der Zeit habe ich gelernt wieder viel bewusster zu genießen. Es war ein unglaublich gutes Gefühl etwas für mich selber und mein eigenes Wohlbefinden zu tun.

Durch diese Veränderung habe ich einen sehr kritischen Blick auf die Gesellschaft und unser konsumorientiertes Leben bekommen. Als Rädchen im System will jeder etwas vom großen Kuchen abgekommen und nimmt es in Kauf seine eigenen Werte gegen leere Versprechungen einzutauschen. Jeder denkt, aber achtet nicht auf sich selber.

5. Mit minimalen Mitteln das Maximale erreichen

Die Anzahl der Stunden die viele Menschen vor dem Fernseher verbringen, nutze ich lieber um Sport zu treiben oder ein Buch zu lesen.

Lieber besitze ich ein Gerät welches mir fünf Aufgaben abnimmt, als fünf Geräte die mir eine Aufgabe abnehmen. Indem ich unnütze Dinge reduziere, schaffe ich mehr Freiraum für mich.

Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse.
Leonardo da Vinci

9 Kommentare

  1. Danke Daniel, das ist ein wirklich guter Beitrag und ich muss dir Recht geben. Auch wenn es anfangs vielleicht schwer fällt sich von den Dingen zu trennen, die einen (vielleicht gar nicht so offensichtlich) belasten, wirkt es sich doch langfristig positiv auf die Lebensqualität aus.

    Aktuell wird das Thema auch in den deutschen Charts bearbeitet.

    Silbermond – Leichtes Gepäck
    Auf YouTube: https://youtu.be/ohHJjPSsW8c

    Ist zwar nicht unbedingt meine Musik aber der Inhalt passt einfach.

    • Silbermond verbinde ich eigentlich immer mir Schmerzen, aber stimmt schon: der Text passt. Trotzdem kann ich mich nicht dazu überwinden das Video in diesen Beitrag einzubinden 😉

  2. Pingback: 47 KW 2015

  3. Pingback: 47 KW 2015

  4. Schöner Text und ich kann vieles so gut nachvollziehen. 15 Jahre Werbebranche, kaum Freizeit, aber viel Geld für den Konsum. Designerklamotten, teure Wohnung und alles was dazu gehört. Es hat Spaß gemacht und alles zu seiner Zeit. Ich bin froh, dass ich zu den für mich echten Werten gefunden habe und jetzt viel mehr darauf gebe wer ich bin als was ich habe.

  5. Das Zitat aus Fight Club kenne ich auch. Das trifft es auf den Punkt. Die Schönheit und das Reine liegen unter der Oberfläche. Lieber selbst den Dingen die Form geben, und nicht umgekehrt. Ausserdem, am Ende gehen wir sowieso wieder von dieser Erde, wie wir sie betraten. Mit leeren Taschen.. Warum sollten wir uns also zu Lebzeiten die Arbeit machen, Dinge anzuhäufen, die andere dann wieder wegräumen müssen..

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