7 Tage Tirol: Ehrwald & Umgebung

Kaum zu glauben, aber ich habe das erste Mal Urlaub in Österreich gemacht. Genauer gesagt in Ehrwald, einem kleines Dorf direkt an der Zugspitze. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten die unmittelbare Gegend zu erkunden.

Übernachtet haben wir im Gästehaus Schoeneweiß mit direktem Blick auf die Zug- und Sonnenspitze. Direkt vor der Haustür befand sich eine Bushaltestelle, von der wir mit der Gästekarte kostenlos unsere Ausflugsziele erreichen konnten.

Blick vom Balkon

Viele Ausflüge waren spontan, bei den Wanderungen habe ich eine Komoot-Route hinzugefügt. Weiterführende Informationen sind in den Links zu finden.

Tag 1: Zugspitze, Germknödel & Minigolf

Die Zugspitze ist natürlich das beliebteste Ausflugsziel in der unmittelbaren Umgebung. Natürlich kann man den Berg „hochlaufen“, aber viele Besucher unterschätzen die Strecke. Wir haben uns für die Fahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn entschieden. Fast 50€ für eine Berg- und Talfahrt sind schon happig, aber wenn man einmal vor Ort ist macht man es auch.

Oben angekommen war auf der österreichischen Seite nicht ganz so viel los. Der frühe Vogel ist halt immer im Vorteil. Auf der deutschen Seite sah es etwas anders aus. Wir haben die Warteschlange am Gipfelkreuz beobachtet und etwas geschmunzelt. Vor der Abfahrt noch schnell einen Kaffee und Germknödel im nahezu leere Restaurant auf der österreichischen Seite und das war es auch schon.

Wieder in Ehrwald angekommen haben wir uns spontan dazu entschlossen eine Runde Minigolf zu spielen. Der Platz befindet sich quasi in einem Garten auf einen Privatgrundstück und hat noch den Charme aus den 70er und 80er Jahren. Für 3€ pro Person kommt man nicht nur in den Genuss Minigolf zu spielen, sondern auch mit Schlagermusik beschallt zu werden. Uns hat es jede Menge Spaß gemacht.

Einerseits bin ich froh einmal auf Deutschlands höchsten Berg gewesen zu sein, andererseits finde ich alles ein wenig überbewertet. War zu erwarten, ist vielleicht auch Geschmacksache. Wäre ich stundenlang den Berg hochgelaufen, würde ich mich ärgern an so einem überlaufenen Ort anzukommen.

Tag 2: Seebensee und Coburger Hütte

Am besten fährt man mit der Seilbahn auf die Ehrwalder Alm. Hochlaufen lohnt sich nicht wirklich, der Weg macht keinen Spaß und ist unspektakulär.

Oben angekommen ist der Wanderweg gut ausgeschildert. Auf der Hauptstrecke ist viel los – vor allem Mountainbiker rasen gerne die Wege entlang. Zwischendurch hat man ein paar schöne Ausblicke in das Tal oder die auf die Berge. Nach knapp 7 Kilometern haben wir unser erstes Ziel erreicht und wie man sehen kann, ist der Seebensee nicht ganz zu unrecht ein Hotspot.

Neben einem schönen Panorama bekommt man aber auch Unterhaltung geboten. Immer wieder konnten wir beobachten, wie sich Menschen für ein Foto an die Lämmer auf der benachbarten Weide herangepirscht haben. Einfach das Schauspiel beobachten und den Kopf schütteln.

Nach einem kurzen Halt führte uns die Strecke 1 Kilometer weiter hoch zur Coburger Hütte. 1 Kilometer kann sehr sehr lang sein, vor allem wenn es in Schlangenlinien recht Stiel nach oben geht. Oben angekommen haben wir uns erst einmal ein Bier und ein Kaiserschmarrn gegönnt. Meine ehrliche Meinung: wo anders bekommt man weit aus besseren Kaiserschmarrn. Über die anderen Speisen kann ich nichts sagen. Der Ausblick von der Hütte ist schon toll. Der Drachensee befindet sich direkt an der Coburger Hütte, ist aber nicht ganz so spektakulär wie viele schreiben.

Theoretisch könnte man von der Coburger Hütte aus den Tajakopf umlaufen, allerdings ist die Strecke etwas anspruchsvoller als eine normale Wanderung. Uns hat der Rückweg über einen Parallelweg der Hauptstrecke geführt. Dieser ist entsprechend gekennzeichnet und eine willkommene Abwechslung vom Hinweg. Letzten Endes betrug die Gesamtstrecke 14 Kilometer.

Seebensee und Coburger Hütte sind natürlich eine Empfehlung, aber an Wochenenden ist es dort ziemlich überlaufen. Diese beiden Ziele gehören einfach dazu wenn man in Ehrwald und Umgebung ist.

Tag 3: Marienberg Alm, Rodeln, Panoramaweg

Nach einen Tipp von unserer Gastgeberin sind wir nur wenige Minuten mit dem Bus nach Biberwier gefahren und mit zwei Sesselliften bis auf die Sunnalm hochgefahren. Ich kann die Fahrt mit dem Sessellift nur empfehlen – nur sollte man keine Höhenangst haben. Übrigens ist die Abfahrt mit der Sommerrodelbahn im Preis inklusive.

Zur Marienberg Alm muss man allerdings noch 2 Kilometer weiterlaufen. Die Strecke ist kurz und nicht besonders spektakulär, geht aber ganz schön in die Beine. Dafür ist auf der Strecke nicht so viel los und bekommt ein wunderbares Panorama geboten.

Auf der Marienberg Alm geht es etwas gemächlicher zu. Die Speisekarte ist übersichtlich und die selbst gemachten Knödel schmecken fantastisch. Dazu ein Bier vom Fass – perfekt. Ich hätte hier stundenlang versacken können.

Der Rückweg war der gleiche wie der Hinweg. Wieder am Sessellift der Sunnalm angekommen ging es nach unten zum zweiten Lift. Entweder steigt man um oder fährt mit der 1,3 Kilometer langen Sommerrodelbahn in das Tal. Wir haben uns natürlich für die Rodelbahn entschieden.

Von dort aus ging es für uns über den Panoramaweg zurück nach Ehrwald. Besonders schön ist der letzte Streckenabschnitt durch den mit Kühen belagerten Lerchenwald.

Insgesamt eine sehr abwechslungsreiche Tour die ich genau so wieder machen würde: Mit dem Bus nach Biberwier -> mit den Sesselliften auf die Sunnalm -> Wanderung zur Marienberg Alm -> Talfahrt mit der Rodelbahn -> Rückweg über den Panoramaweg nach Ehrwald.

Tag 4: Almabtrieb in Lermoos

Den vierten Tag wollten wir etwas entspannter angehen und sind spontan mit dem Bus nach Lermoos gefahren um uns den Almabtrieb anzuschauen.

Wir sind einfach einigen Einheimischen bis zum Panorama-Bad gefolgt, wo der Almabtrieb starten sollte. Hier wurden alle Kühe zusammengetrieben und geschmückt. Wenig später ging es dann runter ins Dorf wo die schick gemachten Kühe durch die Straßen geführt wurden. Hier war natürlich jede Menge los.

Nach dem Almabtrieb haben wir uns gegen den Bus entschieden und sind mit Blick auf die Zugspitze zurück nach Ehrwald gelaufen. Der Almabtrieb war eine willkommene Abwechslung.

Tag 5: Wassererlebnispfad Ehrwald

Der Wassererlebnispfad war die schönste Wanderung. Die Strecke wird besonders Familien mit Kindern empfohlen, ist aber auch für alle anderen Personengruppen ein tolles Erlebnis.

Die Route starten am Parkplatz der Ehrwalder Almbahn und führt am Gaisbaches entlang bis zur Quelle. Das saubere Wasser kann man direkt aus dem Bach trinken. Entlang der Strecke gibt es für die Kinder Info-Tafeln mit Hinweisen und Tipps. Der Höhepunkt ist aber der Seeben-Wasserfall; die Kulisse ist schon beeindruckend schön. Von dort aus geht es weiter durch einen wunderschönen Waldabschnitt, über einen kleine Alm mit Liegesesseln zurück zum Ausgangspunkt.

Wir sind allerdings auf den „Hohen Gang“ abgebogen und nach einem etwas längeren Abstieg an der Hof-Kapelle herausgekommen. Dieses letzte Stück ist auch mit Kindern zu schaffen und macht den Wassererlebnispfad noch einmal etwas spannender.

Überraschenderweise war der Wassererlebnispfad mit dem „Hohen Gang“ die abwechslungsreichste Wanderung. Diese Wanderung sollte man unbedingt machen.

Tag 6: Heiterwangersee & Plansee

Am letzten Tag sind wir mit dem Bus zum Heiterwanger See (Haltestelle Hotel Fischer am See) gefahren. Von dort aus ging es für 8€ mit dem Schiff zur Anlegestelle Campingplatz Seespitz. Am Campingplatz befindet sich ein Kiosk bei dem einen wirklich guten Latte Macchiato bekommt. Die Speisen sind dort auch in Ordnung, auf jeden Fall besser als die Gaststätte weiter unten am Ufer.

Wir sind kurz weiter zu einem Aussichtspunkt gelaufen, von dem man einen wunderbaren Panoramablick hat. Dann vom Campingplatz aus am Heiterwanger See entlang zurück zum Ausgangspunkt. Spätestens hier habe ich es bereut keine Badesachen mitzunehmen, der relativ kalte See hätte mich nicht abgehalten in das glasklare Wasser zu springen.

Der Heiterwanger- bzw. Plansee stand eigentlich nicht auf unserem „Plan“, aber am Ende war es ein toller Ausflug. Das nächste Mal dann aber mit Badeklamotten.

Tag 7: Heimfahrt über Rothenburg ob der Tauber

Der Abschied ist uns nicht leicht gefallen. Den Rückweg haben wir dann direkt nach dem Frühstück angetreten und haben nach einen Zwischenstopp in Rothenburg ob der Tauber der eingelegt.

Für einen kurzen Halt kann man Rothenburg besuchen, ansonsten ist dieses malerische Städtchen ein absoluter Touristenmagnet und „etwas“ überlaufen. Ich bin mir ein wenig wie in Disneyland vorgekommen, aber: die Innenstadt ist traumhaft schön.

Fazit

So ein Urlaub geht viel zu schnell herum.

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