Ein persönliches Resümee nach 4 Jahren Laufsport

Resumee Laufsport

Seit 2009 gehöre ich zu den vielen Verrückten, die bei Wind und Wetter ihre Laufschuhe schnüren und oftmals für ihre Bewegungsbegeisterung Kopfschütteln ernten. Anfangs war es mein Ziel ein paar Kilo zu verlieren, inzwischen gehört das Laufen zu meinen Alltag wie das Rasieren oder der Gang zur Toilette. Meinen bisherigen sportlichen “Werdegang” sehe ich heute so:

2009: Am Anfang war der Schweinehund

Im August/September 2009 bin ich immer in ein nahe gelegenes Waldstück gefahren, um erst einmal zu testen wie gut (oder schlecht) meine Kondition war. Nach und nach habe ich die Streckenabschnitte erweitert, erst 2 Km, dann 3 Km und nach ein paar Wochen waren es für mich damals unglaubliche 5 Km, die ich gelaufen bin. Dabei gab es in erster Linie nur 2 Ziele: bei der Sache bleiben und immer wieder den Kampf gegen den inneren Schweinehund zu gewinnen.

Meine größte Befürchtung war der kommende Winter, aber ich stellte schnell fest, dass die kalte Jahreszeit mit ihrer klaren Luft hervorragend zum Laufen geeignet war und habe zur Jahreswende sogar die 8 Km Marke erreicht. Ab jetzt gab es kein Zurück mehr…

Verbunden mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung habe ich recht schnell im zweistelligen Bereich abgenommen, die Begeisterung stieg von Mal zu Mal und im Frühjahr 2010 bin ich über 11 Km gelaufen.

Erst jetzt war es an der Zeit über angemessene Sportausrüstung nachzudenken, neben Laufschuhen (bis heute benutze ich die Brooks Adrenalin GTS Serie) kaufte ich mir atmungsaktive Kleidung. Dazu kam ein neues Smartphone, mit dem ich zu meiner Überraschung alle Aktivitäten aufzeichnen und nachher am Rechner anschauen konnte. Das war ein zusätzlicher Ansporn immer wieder andere Strecken auszuprobieren, an guten Tagen knackte ich sogar die 15 Km Marke.

2011: Der vorläufige Höhepunkt

Bis heute war 2011 mein erfolgreichstes und intensivstes Sportjahr, ich gehörte nicht mehr zu den blutigen Anfängern und konnte ohne Probleme größere Distanzen absolvieren. In manchen Wochen durfte keine Strecke unter 10 Km sein, sogar die Halbmarathon-Distanz über 21,096 Km war für mich keine Hürde mehr und kurz darauf folgte meine bisher längster Lauf über 26 Km.

Aus heutiger Sicht war ich vollkommen besessen bei der Sache und habe mir keine Ruhe gegönnt, was sich irgendwann rächen sollte…

2012: Der Körper meldet sich zu Wort

Das intensive Vorjahr sollte nicht ganz spurlos an mir vorüber gehen. Auf einmal war die Motivation im Keller und im Sommer wurde ich auch noch am rechten Knie von einer Schleimbeutelentzündung heimgesucht. Nach einem Besuch bei einem Sportmediziner (der übrigens meinte, die Entzündung würde definitiv nicht vom Sport kommen) fing ich langsam wieder an zu trainieren und bin in dem abgelegenen Waldstück von vorne angefangen, wo ich 2009 meine ersten “Gehversuche” gestartet habe.

Letzten Endes glaube ich, dass sich der Körper einfach verweigert hat und sich das genommen hat, was er dringend brauchte: Ruhe.

2013: Man macht es einfach

Erst April 2013 bin ich beim Wilhelmsburger Insellauf meinen ersten Wettkampf gelaufen, sehe aber alles nicht mehr so verbissen und muss irgendwelche persönlichen Rekorde brechen, ich laufe lieber einsam durch die Gegend, beobachte wie sich die Natur im Wandel der Jahreszeiten verändert und genieße die Umgebung. In erster Linie zählt für mich so lange wie möglich meinem Hobby nachzugehen und nicht als bewegungsloser alter Sack auf der Couch zu enden.

6 Comments

  1. Pingback: Alltagsläufer | Pooly.net 26. Mai 2016

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