Haben ist besser als brauchen: Die Garmin Fenix 7 Sapphire Solar

Eines vorweg: wer eine klassische Smartwatch mit einem hochauflösenden Display sucht, kann sich diesen Erfahrungsbericht sparen oder schaut sich einmal die Epix 2 an.

Die Fenix 7 Sapphire Solar ist in erster Linie eine Outdoor-Uhr mit sehr vielen Trainingsfunktionen, bei der Garmin dieses Mal viel richtig gemacht hat.

Verarbeitung: wie immer sehr gut

Das Titangehäuse ist sehr robust und nach militärischen Standards gefertigt. Mit einem Gewicht von 73g lässt sich die Fenix sehr angenehm tragen. Ich empfinde die Uhr auch nicht als sonderlich schwer oder klobig.

Mit dem robusten Sapphire Glas ist man immer auf der sicheren Seite. Mir hat immer das „normale“ Glas gereicht, aber: Haben ist besser als brauchen.

Das mitgelieferte Silikonarmband finde ich persönlich nicht ganz so schön, erfahrungsgemäß sind auf dem Gummi sind ziemlich schnell Gebrauchsspuren zu sehen.

Bewährtes Design

Die Knöpfe haben einen guten Druckpunkt, aber nicht die Qualität wie bei älteren Fenix Modellen. Außerdem ist mit aufgefallen, dass der Start/Stop Knopf etwas minderwertiger ist und sich drehen lässt, aber keinerlei Drehfunktion hat.

Nach mehrwöchiger Nutzung muss ich aber sagen, dass die Fenix 7 ein robustes Stück Technik ist. Ich bin mit der Uhr schon mehrmals irgendwo gegengestoßen und konnte nicht im geringsten irgendwelche Kratzer entdecken.

Der neue Touchscreen

Ich war nie ein Fan von Touchscreens in Sportuhren und wurde mit der Fenix 7 eines besseren belehrt, denn im Alltag sind die Wischgesten schon praktisch. Besonders wenn ich durch die Widgets scrolle oder ein Watchface anpassen will. Auch die Karten sind jetzt viel angenehmer zu bedienen.

In den Aktivitäten-Einstellungen kann man den Touchscreen während eines Trainings deaktivieren. Pausiert man während einer Aktivität (Später fortsetzen) ist der Touchscreen wieder aktiviert. Eine wie ich finde gute Lösung. Durch das drücken der Start und Down Taste kann die Touchfunktion jederzeit global aktiviert oder deaktiviert werden.

Touchscreen deaktivieren

Die Displayauflösung ist mit 260×260 Pixeln kein wirklicher Augenschmaus. Viele Fenix User mögen dieses Display, weil es eben sehr Energiesparsam ist. Ich kann mich damit gut arrangieren und mir ist eine gute Akkulaufzeit lieber als ein hochauflösender Bildschirm. Während einer Aktivität kann ich auch bei direkter Sonnenstrahlung alles gut ablesen. Trotzdem könnte das Display ein kleines bisschen heller sein.

Bedienung & Konnektivität

Bei der Bedienung hat sich – bis auf die Touchfunktionen – nicht viel verändert. Ich komme mit der Menüstruktur sehr gut klar und kann die Uhr fast „blind“ bedienen. Wer bisher noch nie eine Fenix besessen hat, muss sich sicherlich in den ganzen Untermenüs zurechtfinden.

Die Einstellungen und Trainingsseiten der einzelnen Sportarten können nun endlich in der Garmin Connect App konfiguriert werden. Damit ist die Konfiguration noch einmal leichter und vor allem schneller geworden. Für mich eine Erlösung und eine unglaublich große Zeitersparnis.

WLAN und Bluetooth funktionieren einwandfrei, irgendwelche Verbindungsabbrüche oder Schwierigkeiten bei der Synchronisierung hatte ich bisher nicht.

Smartwatch & Fitnesstracker

Benachrichtigen, Garmin Pay, Musik und Offline-Karten sind alles Smartwatch-Funktionen die mir ausreichen. Bis auf ein paar Widgets brauche ich keine Drittanbieter Apps. Suchst du eine richtige Smartwatch, dann bist du bei Garmin meiner Meinung nach falsch.

Auf alle Gesundheitsfunktionen gehe ich hier nicht ein. Die Schlafanalyse wurde noch einmal verbessert und ist etwas genauer. 100% zuverlässig sind die Angaben aber nicht, aber trotzdem interessant.

Für mich persönlich ist der Schrittzähler wichtig. Im direkten Vergleich zu einem iPhone zählt die Fenix immer weniger Schritte. Manchmal hängt der Sensor ein wenig und kommt mit dem zählen nicht nach.

Die neue Herzfrequenzmessung ist in meinem Fall schon ziemlich genau. Aber ehrlich gesagt sehe ich keine großen Unterscheide zur Fenix 6 Pro. Bei Ausdauersportarten ohne Intervalle oder stark unregelmäßigen Pulsfrequenzen ist die Messung ohnehin recht gut.

Das GPS ist definitiv besser geworden

Mit dem GPS der Fenix 6 war ich sehr unzufrieden. Gleich nach meinen ersten Aufzeichnungen konnte ich bei der Fenix 7 Sapphire Solar teilweise deutliche Verbesserungen feststellen.

Die Strecken werden genauer aufgezeichnet, besonders unter dichten Bäumen oder in Häuserschluchten. Die neuen Multifrequenzen sollen das Signal noch einmal verbessern, auf meinen Laufstrecken konnte ich jetzt keine deutlichen Unterschiede zum herkömmlichen GPS der Fenix 7 Sapphire Solar feststellen.

Auf auf dem folgenden Bild sehr man die Unterscheide zwischen der Fenix 6 und der Fenix 7 Saphir Solar mit GPS, sowie den aktivierten Multifrequenzen.

Nach der lang anhaltenden Kritik am schlechten GPS der Fenix 6 hat hier Garmin deutlich nachgebessert. Was anderes habe ich auch nicht erwartet.

Navigation

Ich nutze die integrierten Karten relativ häufig. Der Bedienkomfort ist durch den Touchscreen deutlich besser geworden. Außerdem laden die Karten jetzt etwas schneller. Mit den neuen Modellen lassen sich auch gezielt Kartenausschnitte auf die Uhr herunterladen, ohne die Fenix mit dem Rechner verbinden zu müssen.

Ein Google Maps Ersatz sind die Karten auf der Uhr nicht. Sollen sie auch nicht, aber für Outdooraktivitäten funktionieren die Garmin Karten sehr gut und sind immer eine recht sichere Bank falls das Smartphone nicht zur Hand ist.

Eine wirklich gute Akkulaufzeit

Die Fenix 7 Sapphire Solar hat unterschiedliche Energiesparoptionen und die Batterielaufzeit wurde noch einmal ein wenig verbessert. Ich kann hier nur von meinen Erfahrungen sprechen:

Wenn ich drei bis viermal die Woche meine Aktivitäten aufzeichne, komme ich mit einer kompletten Ladung über eine Wochen aus. Ohne Benachrichtigungen habe auch schon mal zwei Wochen geschafft. Bei langen GPS Aufzeichnungen ist die Fenix 7 auch etwas sparsamer im Verbrauch geworden.

Die Solarfunktion ist ein nettes Features und kann die Laufzeit der Uhr minimal verlängern. Man darf hier keine Wunder erwarten, aber: Haben ist besser als brauchen.

Solar Widget

Eine gute Akkulaufzeit ist mir wichtig und die Fenix 7 Sapphire Solar schlägt sich hier verdammt gut. In meinem letzten Urlaub musste ich die Uhr nicht einmal aufladen. Als jahrelanger Fenix Nutzer nervt mich allerdings eine Sache: das lächerlich kurze Ladekabel.

Der Preis ist heiß

Die UVP von Garmin ist schon heftig. 899€ für die Fenix 7 Sapphire Solar muss man schon wirklich ausgeben wollen und können. Ob so ein hoher Preis gerechtfertigt ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich würde die UVP niemals zahlen. Für kleiner Handgelenke gibt es nach wie vor die Fenix 7 S Sapphire Solar.

Nur wenige Wochen nach der Vorstellung gab es schon die ersten Rabatte und Angebote. Wer solche Aktionen mit irgendwelchen Gutscheinen etc. kombinieren kann, wird die Fenix 7 Sapphire Solar auf einen akzeptablen Preis drücken können.

Ein Umstieg von der Fenix 6 lohnt sich aber nicht wirklich. Außer euch nervt der schlechte GPS Empfang, welcher bei einer solchen Uhr eigentlich das A und O ist.

Fazit

Wer eine Garmin Fenix 7 Sapphire Solar haben will, bekommt eine echt gute Oudoor-Uhr die einem viel Freude bereiten kann. Richtige Kritikpunkte habe ich nicht, nur die Knöpfe finde ich für den Preis nicht angemessen.

Mit dem neuen Touchscreen, einem verbesserten GPS und anderen kleinen Verbesserungen ist die Fenix 7 Sapphire Solar eine rundum gelungene Uhr.

Für mich ist die Uhr ein treuer und zuverlässiger Begleiter geworden.

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