Wenn mir manchmal der Appetit auf Fleisch vergeht

Fleisch

Jedes mal wenn ich einer meiner Hausstreken (Kreuzweg) entlanglaufe, komme ich an einer großen Schlachtfabrik vorbei. Von außen kann man nicht auf das Werksgelände sehen da alles gut abgeschirmt ist, aber manchmal höre ich beim vorbeilaufen das hysterische quietschen von Schweinen, die über eine Rampe polternd in den sicheren Tod laufen.

Dann stelle ich mir immer wieder die selben Fragen:

– Für ihre Haustiere machen Menschen fast alles, empören sich über Tierquälerei und wehe dem der seinen Lieblingen etwas antut. Ist ein Rind, ein Schwein oder ein Huhn, welches ganz schnell auf dem Grill oder in der Pfanne landet, weniger wertes Leben? Doppelmoral?

– Tiere werden im Rekordverfahren gemästet, damit sie schnellstmöglich schlachtreif werden. Lebewesen die nur ein Industrieprodukt sind und dazu dienen irgendwelche Quoten zu erfüllen. Ist das eine besonders perverse Form von Herrschaft und Ausbeutung?

– Nordseekrabben werden nur zum pulen nach Afrika geschickt. Transporterweise werden Billiglöhner quer durch Europa gefahren, damit wir täglich massenhaft Fleisch essen können. Ist das noch normal oder absurd?

– Früher haben viele Haushalte noch selber geschlachtet, da gab es Fleisch vielleicht einmal die Woche und man hatte ein ganz anderes Verhältnis zum Tier. Heute kauft man irgendetwas anonymes und steril abgepacktes im Supermarkt, verlässt sich auf irgendwelche Zertifikate, versucht dadurch sein Gewissen zu beruhigen und schiebt sich nach dem Einkaufsbummel schnell noch eine Bratwurst für 1€ rein. Hat das was mit Wertschätzung von Lebensmitteln zu tun?

Man könnte die Liste wahrscheinlich noch um einige Punkte erweitern und natürlich sind das nicht die neusten Erkenntnisse in Sachen Fleischkonsum.

An und für sich esse ich ganz gerne mal ein Stück Fleisch, aber als ich vor einigen Jahren mit dem Laufen begonnen habe, hat auch zuerst alles im Kopf angefangen…

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