Warum ich so gut wie keine Nachrichten verfolge

Nachrichten

Früher war ich ein regelrechter Nachrichten-Junkie. Ich war der Meinung man muss sich am besten so viel wie möglich über das Weltgeschehen informieren und immer auf dem Laufenden bleiben. Wer bewusst keine Nachrichten geschaut hat, den habe ich immer für einen Realitätsverweigerer gehalten. Heute sehe ich das vollkommen anders.

1. Nachrichten sind negativ

Grundsätzlich kann man sagen das zu 95% nur negative Nachrichten verbreitet werden. Wir alle kennen den Spruch: „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“. Es ist nun wirklich nichts neues, da sich diese deutlich besser verkaufen lassen und mehr Klicks bringen.

2. Negative Nachrichten machen süchtig

Wenn irgendwo auf der Welt ein Drama passiert und dir dazu unzählige Sondersendungen und Liveticker um deine Ohren fliegen, fühlst du dich angesprochen und willst immer mehr wissen. Besonders Onlinemedien benutzen suggestive Titel um dich anzutriggern, oftmals wird die reißerische Überschrift im Artikel selber dann aber ganz schnell relativiert.

3. Nachrichten verzerren die Realität

Oft hört man den Spruch: „Das wird ja immer schlimmer! Man kann sich kaum noch auf die Straße wagen.“ Aber ist das wirklich so? In Wirklichkeit sagen die Zahlen etwas vollkommen anderes aus. Durch die Dichte und immer schneller verbreiteten Nachrichten wird dir das Gefühl vermittelt, dass die Gefahr gleich an der nächsten Ecke lauert. Deutschland ist nach wie vor eines der sichersten Länder der Welt, der letzte Krieg war vor über 70 Jahren und es muss hier kein Menschen verhungern. Die meisten Probleme sind 1. Welt Probleme, nur merken wir dieses durch unseren Wohlstand nicht mehr.

4. Nachrichten schüren unnötige Ängste und Konflikte

Je mehr negative Nachrichten dich erreichen desto häufiger machst du dir Gedanken was passieren könnte, machst dir vollkommen unnötige Sorgen und regst dich über Dinge auf die dich persönlich nicht betreffen. Angst ist kein guter Ratgeber um sich eine Meinung zu bilden, die Fakten geraten in den Hintergrund, negative Emotionen schüren Konflikte.

Wie sehr Nachrichten uns in unsere Wahrnehmung täuschen können hat man beim Münchener Amoklauf im Juli 2016 gesehen. An dieser Stelle eine Empfehlung der Onlineausgabe der SZ: “Timeline der Panik. Ein Täter, ein Tatort – und eine Stadt in Angst: Wie aus dem Münchner Amoklauf ein Terroranschlag mit 67 Zielen wurde. Eine Rekonstruktion.”

5. Die meisten Nachrichten sind für dich überhaupt nicht relevant

Jetzt mal ehrlich: Welche Nachrichten betreffen dich ganz persönlich? Ich behaupte zu 99,9% überhaupt keine. Die wirklich wichtigen Nachrichten erreichen dich sowieso. Das war früher auch nicht anders als man sich nicht überall sofort informieren konnte. Merkwürdigerweise dreht sich die Welt immer noch.

6. Die Qualität der Nachrichten hat rapide abgenommen

Früher war z.B: „Der Spiegel“ eine Institution für investigativen Journalismus. Das mag vielleicht noch in Teilen auf das Printmagazin zutreffen. Spiegel Online ist heute das, wofür früher die BILD stand: Boulevard. Ein weitaus schlimmeres Beispiel ist Focus Online, hier scheint es offensichtlich nur noch um Clickabit Artikel zu gehen, mit Nachrichten hat das schon lange nichts mehr zu tun. Ähnliches gilt auch für die sogenannten Nachrichtensender, bei denen es oftmals darum geht als erstes Live vor Ort zu sein anstatt Fakten zu präsentieren.

Lifehack Tipp: Versuche mal über mehrere Tage keine Nachrichten im Fernsehen und im Internet zu verfolgen. Du wirst ganz schnell feststellen, dass es dir viel besser geht und dein Wohlbefinden steigt.

Das heißt jetzt nicht das ich mich überhaupt nicht informiere. Ich lese gerne die Krautreporter, höre sehr viele Podcasts und schaue mir lieber einen TED Talk oder eine wirklich gut gemachte Dokumentation an. Themen die sich tiefgründig mit einer Sache auseinandersetzen und mir persönlich etwas bringen.

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