Fuerteventura: Wanderung zum legendären Strand von Cofete

Während meines Fuerteventura Aufenthalts wollte ich unbedingt die Playa de Cofete besuchen, einer der einzigartigsten Strände auf den kanarischen Inseln, wenn nicht sogar in Europa und darüber hinaus. An dieser Stelle noch einmal danke für den Tipp an @Thomas.

Gesagt, getan. Also bin ich mit dem Mietwagen vom nördlichen Teil Fuerteventuras nach Morro Jable gefahren. Theoretisch kann man Cofete von dort aus mit dem Auto erreichen, würde ich aber nicht empfehlen. Allerdings gibt es auch eine offizielle Busverbindung, dazu später mehr.

Ich habe mich dazu entscheiden 9Km direkt über die Berge nach Cofete zu wandern. Eine Entscheidung die ich nicht bereut habe.

Über die Berge zur Playa de Cofete

Mein Auto habe ich an einem Friedhof abgestellt, an dem sich auch eine Bus-Haltestelle (Cementereo) nach Cofete befindet. Im Hintergrund ist schon das, für einen Flachländer, gewaltig wirkende Felsmassiv zu sehen.

Zunächst muss ich mich ein wenig orientieren, aber nach wenigen Metern weisen die ersten Schilder drauf hin, dass ich mich in einem Naturschutzgebiet und auf dem richtigen Weg befinde.

Irgendwann rückt die Felswand immer weiter auf mich zu: “Verdammt da muss ich ja wirklich hoch” ist mein erster Gedanke. Ein paar wilde Ziegen auf der Suche nach Nahrung leisten mir etwas Gesellschaft. Es ist keine Menschenseele weit und breit zu sehen, bis mir (wie sollte es auch anders sein) ein Jogger entgegen kommt.

In der Theorie wirken die 9 Km lächerlich, spätestens beim Aufstieg merke ich das die Strecke nix für Warmduscher ist. Man sollte schon sehr gut zu Fuß oder etwas trainiert sein um nicht alle paar Minuten eine Pause einlegen zu müssen.

Langsam nähere ich mich der Bergspitze. Die Wolken gleiten immer tiefer über mich hinweg und trotz des ohrenbetäubenden Windes meine ich Meeresrauschen zu hören. Nur noch ein Schritt und auf einmal sehe ich die Playa de Cofete in voller Breite vor mir. Diesen grandiosen Moment kann mir keine Autofahrt bieten.

Langsam geht es Richtung Cofete

Dann geht es bergab. Beim Abstieg muss man etwas aufpassen, auch wenn der Weg relativ befestigt ist kann man recht schnell abzurutschen. Besonders wenn man wie ich eine Abkürzung nehmen will. Also aufpassen und lieber ein paar Meter mehr über den offiziellen Weg laufen. Wenn man hier hilflos liegen bleibt wird man vorerst nicht gefunden.

Hin und wieder setze ich mich auf einen Felsvorsprung und genieße den Augenblick, rechts von mir sehe ich die Villa Winter welche man mit etwas Glück besuchen kann, da diese keine offizielle Besucherstätte ist. Angeblich ist dieses Gebäude geheimnisumwogen, auf Wikipedia heisst es:

Die gängigen Spekulationen über die Aufgaben des Gustav Winter und die Funktion der Finca in Cofete sind:

– Errichtung eines geheimen U-Boot-Hafens während des Zweiten Weltkrieges

– Vorübergehende Unterbringung von Nazigrößen und deren Transport nach Südamerika zum Ende bzw. nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Alle seriösen Recherchen deutscher und spanischer Journalisten haben keine dieser variantenreichen Spekulationen beweisen oder aber widerlegen können.

Wie auch immer, ich habe die Villa Winter nicht besucht und bin weiter gewandert. Auf den den letzten Kilometern sind mir noch wilde Esel und Erdhörnchen begegnet, bis ich plötzlich in Cofete stehe. Ein Barackendorf mit einer Tapas-Bar in der man natürlich etwas essen kann. Hier leben tatsächlich Menschen. Ich will aber direkt weiter zum Strand und sehe auf den provisorischen Parkplatz schon einige Mietwagen, Jeeps und Quads stehen.

Einzigartig! Die Playa de Cofete

No comment!

Dank seiner endlos wirkenden Weite wirkt der kilometerlange Strand fast Menschenleer. Der endlose Horizont über den Atlantik und die Berge im Hintergrund lassen alles noch imposanter erscheinen als es ohnehin schon ist. Die Kulisse ist einzigartig schön und irgendwie auch ein wenig unheimlich. Selbstverständlich mache ich zahlreiche Bilder, packe mein Smartphone aber ganz schnell wieder ein und laufe am Wasser entlang.

Es ist schwerer nach Cofete zu kommen, als sich dort umzubringen.

Endlose Weite!

Tolle Kulisse

Der Atlantik ist hier besonders unberechenbar, schwimmen wäre hier lebensgefährlich. Trotzdem gibt es ein paar Bekloppte die sich ins Wasser schmeißen; es gibt definitiv schlimmere Orte sich umzubringen.

Rückfahrt mit dem Unimog-Bus

Da ich keine Lust hatte die gleiche Strecke noch einmal zu wandern, habe ich mich dazu entscheiden mit dem Bus wieder zurück zu fahren. Die Strecke Morro Jable – Cofete kostet ca. 8,70€, Infos zu den Abfahrzeiten und Haltestellen findet man hier.

Rückfahrt mit dem Bus

Der Rückweg bestätigt mich darin das es eine gute Entscheidung war die Strecke nicht mit dem Mietwagen zu fahren. Die Serpentinen sind sehr eng, die “Straße” ist alles andere als eben und man sollte nie außer Acht lassen das von oben Geröll kommen kann. Der Busfahrer ist ein recht lustiger Geselle und lässt sich nicht von der Strecke beeindrucken. Nach vielleicht 20 Minuten Fahrt lasse ich mich auf Zuruf wieder am Friedhof absetzen.

Mythos Cofete?

Die Playa de Cofete ist vielleicht kein Geheimtipp, aber trotzxdem vom 08-15 Tourismus verschont geblieben. Soweit mir bekannt ist darf man in Cofete nicht campen und es gibt auch keine Übernachtungsmöglichkeit im Dorf. Vielleicht ist das auch gut so, den so behält Cofete bis heute noch seine Einzigartigkeit.

Wenn ihr die Strecke selber wandern wollt, schaut einfach mal auf mein Komoot Profil. Dort könnt ihr euch die entsprechende .gpx Datei herunterladen. Für Mountainbike-Touren ist der Wanderweg aber nicht geeignet.

Von einem Mythos will ich aber nicht sprechen, es ist ein besonderer Ort auf Fuerteventura den man unbedingt besuchen sollte.

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