Motivationstipp: Wie ich es geschafft habe fast 40 Kg abzunehmen

Ich musste nicht lange überlegen, als ich von Tanja gebeten wurde einen Gastbeitrag für Tanjas Universe zu schreiben. Es sollte eine vorher/nachher Geschichte werden, wie ich es geschafft habe innerhalb von 3 Jahren fast 40 Kg abzunehmen.

Früher
Als Kind und Jugendlicher war ich immer ein schlanker und bewegungsfreudiger Mensch. Bei uns zu Hause gab es so gut wie nie Fastfood, weil es einfach viel zu teuer und ungesund war. Vielleicht mal an besonderen Tagen oder im Urlaub, aber das waren dann besondere Momente.
Viele Lebensmittel bauten wir im eigenen Garten an, ich kann mich noch genau an den wunderbaren Geschmack der selbst gemachten Brombeermarmelade meiner Mutter und Oma erinnern…

Frustkompensation
Mit 20 wurde ich immer unzufriedener mit mir und fing an den Frust in Form von Pommes, Pizza und Co. zu kompensieren. All’ das, was es früher nicht gab.
In Kombination mit viel Alkohol am Wochenende (wie das oftmals in dem Alter so ist) stieg mein Gewicht von mal zu mal in einen dreistelligen Bereich.
Eines Tages bekam mein Vater 2 Schlaganfälle. Eine heimtückische Krankheit, die einen Menschen nicht nur körperlich, sondern auch sehr stark psychisch beeinträchtigt. Gerade letzteres bedeutet auch für die Angehörigen eine ungeheure Belastung. Diese Situation steigerte weiter mein Unwohlsein, welches wiederum mit Essen gestillt wurde…. ein Teufelskreis!
Dabei war mir immer bewusst, dass ich durch meinen aktuellen Lebensstil der beste Kandidat für Herz- und Kreislauferkrankungen war.

Der Wendepunkt
Jahre später fuhr ich mit dem Auto durch die Stadt und aus irgend einem Grund hat es bei mir “klick” gemacht. 
„Daniel: du fühlst dich in deinem eignen Körper unwohl! Entweder du änderst jetzt etwas oder es geht so weiter wie bisher. Nur irgendwann wirst du garantiert den Preis dafür bezahlen. Der Körper vergisst nie!

Direkt am nächsten Tag legte ich los. Kein Fastfood, keine Süßigkeiten, morgens Kohlenhydrate, abends Eiweiß und vor allem viel Bewegung. Ich holte meine alten Sportschuhe aus dem Schrank und fing an zu joggen. Erst 1, dann 2 und später 3 Kilometer. Anfangs war das wirklich hart, aber ich war absolut besessen davon meinen Schweinehund zu besiegen.

Das kling vielleicht etwas merkwürdig, aber immer wenn mir drohte die Puste auszugehen, stellte ich mir vor, ich müsste in den Ring steigen und den Hund niederstrecken. Das gelang nicht immer auf Anhieb, aber Runde um Runde kämpfte ich weiter.
Eines Tages knackte ich dann die 5 Km Marke, mein erster wirklich gefühlter Erfolg und plötzlich purzelten die Kilos. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Meine Laufstrecken wurden immer länger und der häufige Aufenthalt in der Natur tat mir so gut, dass es plötzlich auch kein Problem war bei schlechten Witterungsbedingungen „auf die Laufpiste“ zu gehen. Es gibt nichts schöneres als im Sommerregen oder in einer mit Schnee bedeckten Landschaft zu laufen.

Reine Kopfsache!
Das ist jetzt fast auf den Tag genau 3 Jahre her und ich laufe inzwischen Strecken über 20 Kilometer. Der Sport gehört jetzt zu meinem Alltag, wie das aufstehen und schlafen gehen. 
Ich habe viel Zeit investiert, um da zu sein wo ich jetzt bin. Es ist auch wirklich harte Arbeit und erfordert ein hohes Maß an Disziplin, die aber mit etwas Geduld und einem festen Ziel vor Augen schnell erlangt werden kann.

Wenn mich heute jemand fragt, wie ich es geschafft habe von fast 120 Kg auf 80 Kg abzuspecken, kann ich nur sagen: Alles eine reine Kopfsache!
Eine gesunde Ernährung und viel Natur schärfen das Bewusstsein. Man bekommt einen anderen Blick auf die Gesellschaft, wird definitiv Konsumkritischer, demütiger und bescheidener.

Neid und Anerkennung

Noch heute schlägt mir viel Anerkennung entgegen, auch wenn ich es ungern zugebe: es macht mich doch immer wieder ein wenig stolz. 
Aber auch Neider können sich Kommentare wie: „Hast du eine Essstörung?“, „Mach mal weniger Sport, dass ist doch nicht gesund!“ oder „Du hast wohl zu viel Zeit!“, nicht verkneifen. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn und was die Zeit angeht kann ich nur sagen: „Ich habe nicht zu viel Zeit, mein Körper ist nur leistungsfähiger geworden…“

Back To The Roots
Natürlich essen ich mal gerne eine Pizza oder einen Döner, ich liebe Schokolade oder selbst gebackenen Kuchen, aber diese Dinge gibt es nicht täglich und in überdimensionalen Portionen. So wie zu meinen Kindheitstagen: weniger ist wirklich mehr und Verzicht heisst nicht gleich Verlust.

Es würde mich freuen, wenn ich einige Menschen durch meine persönliche Geschichte animieren könnte, wieder etwas für ihren Geist und Körper zu tun.
Ansonsten könnt ihr gerne weiteren Aktivitäten von mir auf DailyMile weiterverfolgen.

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